Warum du eine PV-Anlage willst

Neulich, beim Spaziergang durch ein Einfamilienhausgebiet in Brandenburg, bin ich ins Grübeln gekommen: Warum sind am einen Ende des Quartiers viele Dächer mit PV-Module bestückt und am anderen Ende scheint sich, trotz vergleichbar günstiger Ausrichtung der Dachflächen, niemand für Solarstrom vom eigenen Dach zu interessieren? Was genau löst den Wunsch nach einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach aus? 

  

Die Rahmenbedingungen sind günstig

Ausgerechnet die die allgemeine Häuslichkeit in der Corona-Pandemie 2020 hat die Nachfrage nach der klimafreundlichen Eigenstromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) freut sich im Frühsommer 2021: „Nie zuvor wurden auf privaten Dächern mehr Photovoltaikanlagen errichtet als im letzten Jahr.“

 

Insgesamt 184.000 neue Dachanlagen hat der Verband im letzten Jahr registriert; knapp fünf Gigawatt Solarstrom-Leistung mehr. Das erstaunliche: Diesen Rekordzubau verursachten vor allem Eigenheimbesitzer. Die Ursachen sind sowohl logisch, als auch überraschend.

 

Vernünftige Gründe sprechen für Solarstrom vom eigenen Dach

Klar, das Bewusstsein für den vom Menschen verursachten Klimawandel und die sich daraus ergebende Notwendigkeit, möglichst viel CO2 in der Atmosphäre zu vermeiden, ist gewachsen.

 

Aber Hand aufs Herz, wirklich Freude bereitet umweltfreundliches Handeln doch erst, wenn dadurch mehr Geld in der Haushaltskasse bleibt.

 

Wohl denn: Wer ein intaktes Dach hat, oder sein Dach gerade sowieso saniert, sollte in eine PV-Anlage investieren:

  • Die Preise für PV-Module sind so erfreulich gesunken, dass selbst produzierter Strom deutlich günstiger ist, als der vom Stromhändler
  • Wer mehr Strom vom eigenen Dach nutzen möchte und deshalb einen Solarstrom-Speicher installieren möchte, kann sich ebenfalls über deutlich gesunkene Preise freuen
  • Für E-Auto-Fahrende - und alle, die die Anschaffung eines E-Autos planen - ist das Laden mit eigenem Solarstrom mit Abstand die kostengünstigste Variante 

 

Solaranlagen auf Nachbardächern wirken ansteckend

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben nun eine sehr menschliche Eigenschaft wissenschaftlich belegt: Nichts ist entscheidender für den Entschluss, auf dem eigenen Dach Solarstrom zu erzeugen, als die gut laufende PV-Anlage auf dem Dach des Nachbarn.

 

„Es ist im Prinzip so: Wenn man ein Solarpanel vom eigenen Fenster aus sieht, dann beschließt man mit größerer Wahrscheinlichkeit, auch eines auf das eigene Dach zu stellen“, sagt Leonie Wenz, Datenwissenschaftlerin am PIK. Die Kurzfassung der Studie gibt´s hier.

 

Dass Vorbilder die Investitions-Entscheidungen bei der eigenen Energieversorgung beeinflussen, kennst du vielleicht aus eigener Erfahrung - was Familie, Freunde oder eben auch Nachbarn machen und gut finden, wirkt ansteckend. Jetzt hat erstmals ein Forscher-Team auf Basis von Geodaten nachgewiesen: Da, wo es schon Solaranlagen auf Dächern gibt, entstehen weitere; wo schon viele sind, entstehen noch mehr.

 

Dieses Ergebnis hat selbst die Studienautoren überrascht: „Man könnte meinen, dass andere Faktoren relevanter sind, zum Beispiel das Einkommen oder der Bildungshintergrund oder die Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb des gleichen sozialen Netzwerks wie etwa in einem Schulbezirk. Wir haben daher all diese verschiedenen Möglichkeiten miteinander verglichen, und das Ergebnis hat uns verblüfft“, sagt Wenz.

 

Herausgefunden haben die Wissenschaftler: Wie viele Solarmodule wie weit weg vom eignen Haus sind, bestimmt entscheidend, ob Hausbesitzende ebenfalls eine solche Anlage aufs Dach schrauben lassen. Dieser passive Vorbild-Effekt, so die Studienautoren, sei wohl wesentlich ausschlaggebender als andere sozioökonomische und demografische Variablen.

 

 

Wer PV-Anlagen sät, kann Klimaschutz ernten

Wenn du einfach so oder im Rahmen deiner Dach-Modernisierung in PV-Module investierst, sparst du nicht nur dauerhaft Stromkosten, sobald die Anlage läuft, sondern

  • schützt aktiv das Klima gegen weitere Erwärmung,
  • weil du auch beim Heizen und Autofahren klimaschädliches CO2 einsparen kannst, indem du
  • auf erneuerbare Energie setzt.
  • Gleichzeitig wirst du zum Vorbild für deine Nachbarn.

Damit du mit deiner PV-Anlage einen positiven Einfluss auf deine Nachbarn haben kannst, sollten sie in Sichtweite wohnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nachbarn deinem Vorbild folgen und ebenfalls Solarmodule auf ihr Dach montieren, halbiert sich in etwa über die Länge eines Fußballfeldes. Das haben die Wissenschaftler bei ihrer Datenanalyse herausgefunden.

 

Dein guter Einfluss auf die Entscheidung von Nachbarn, selbst Solarstrom zu erzeugen, reicht demnach nur über eine Entfernung von bis zu 210 Metern und lässt mit zunehmender Entfernung nach. Ab einem Radius von 500 Metern lässt sich kaum noch einen Ansteckungseffekt belegen.

 

Wenn vorhandene und neu installierte Solaranlagen tatsächlich zu mehr Solaranlagen in der Nachbarschaft führen, könnte sich PV-Strom vom eigenen Dach von Straße zu Straße ausbreiten, dann selbstverständlich im Quartier werden und schließlich in der Stadt und der ganzen Region überzeugen, 

 

 


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Möchtest du auch eine PV-Anlage kaufen? Und hat bei dir auch der tägliche Blick auf die PV-Anlage des Nachbarn den Anstoß gegeben? Schreib mir einen Kommentar, wer oder was dich besonders motiviert hat, oder was dich vor der Investition noch zurückschrecken lässt.

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