Heizungstausch im Altbau - so sparst du Geld

 

Deine Heizung ist alt und eigentlich überlegst du schon seit Jahren hin und her, wie und wann du sie durch eine neue, klimafreundlichere ersetzen sollst? Du bist bisher zurückgeschreckt vor verwirrenden Informationen, lästiger Handwerkersuche, Baustellendreck und den hohen Kosten für deinen Heizungstausch?

 

 

Heizungstausch aufschieben, das kann teuer werden

Das ging mir genauso. Meine rund 20 Jahre alte Gastherme mit Durchlauferhitzer fürs Duschwasser funktionierte. Bei den jährlichen Wartungsterminen wurden allerdings zunehmend öfter kleine Verschleißteile ausgetauscht. Sicher, dachte ich, ich sollte mich mit dem Thema Heizungstausch beschäftigen - aber ich schob das lästige Thema vor mir her.

 

Bis es ausgerechnet im nasskalten Januar plötzlich oberste Priorität erlangte: Die Therme viel aus, und ich bekam sie weder über einen Neustart noch mit gutem Zureden wieder ans Laufen. Der Notdienst brachte sie zwar unter Stöhnen in Schwung, allerdings erst am nächsten Tag - die Wohnung war inzwischen auf klamme 12 Grad runtergekühlt.

 

Lange gehalten hatte diese erste Hilfe nicht. Der nächste Notdienst kam an einem Samstag zum Glück innerhalb von zwei Stunden. Doch drei Wochen später fiel die Therme schon wieder aus - der Fehlercode signalisierte, was bei Menschen multiples Organversagen bedeuten würde. Der Notdienst sah sich nicht in der Lage zu helfen, also rief ich den Kundendienst. Der kam wegen Überlastung leider erst am Tag drei nach dem Heizungsausfall. Er tauschte Teile aus, pustete Düsen frei, zündete die Gasflamme und gab mir den dringenden Rat: Tauschen Sie die Heizung aus.

 

Fazit: Die unterschiedlichen Handwerker-Einsätze, mit denen ich meine Heizung retten wollte, hatten mich zusammen mittlerweile fast 1000 Euro gekostet. Mindestens die Hälfte davon hätte ich sparen können, wenn ich nicht auf Heizungsrettung, sondern sofort auf Heizungstausch gesetzt hätte. 

 

 

Heizungs-Auswahl strategisch angehen und Förderung nutzen

Zum Glück hatte ich mir schon länger Gedanken gemacht, welche Heizung ich als Ersatz einbauen lassen wollte: Meine Eigentumswohnung in der Stadt sollte eine Gas-Brennwerttherme bekommen, mit der Option, Biogas nutzen zu können.

 

Falls du noch unsicher bist, welche Heizung die beste für dich ist: Lass dich beraten, welche Kombination in deinem Fall auf Dauer die günstigste ist.

Preiswerte Einstiegsberatungen bieten Energieberater der Verbraucherzentralen. Deutlich teurer, dafür aber auch mit Vor-Ort-Besichtigung und umfangreicher Analyse der aktuellen Heizsituation, sind zertifizierte Berater vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und der Kreditanstalt für Wederaufbau (KfW).

Übrigens: Auch an den Kosten für diese Beratung beteiligt sich der Staat.

 

Für alle noch Unentschiedenen, hier die aktuellen Trends im Heizungsmarkt:

  • Fossile Energieträger, wie Öl und Gas, werden ab 2021 mit einer steigenden CO2-Abgabe belastet, sprich, sie werden zunehmend teurer und damit unattraktiv.
  • Erneuerbare Energien, also direkte Sonnenenergie, Holz und Umgebungswärme, die über Wärmepumpen indirekt zum Heizen und/oder Duschen genutzt wird, gewinnen in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung und werden seit Anfang 2020 massiv vom Staat gefördert Hintergrund: Nur wenn die CO2-Belastung durchs Wohnen massiv sinkt, sind die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, 
  • Brennstoffzellen sind noch ein Nischenprodukt. Der dafür benötigte Wasserstoff, der schadstofffrei verbrennt, kann aus erneuerbaren oder fossilen Energiequellen erzeugt werden.
  • Blockheizkraftwerke (BHKW) sind vor allem dann wirtschaftlich, wenn sie möglichst kontinuierlich Wärme produzieren können, also für Mehrfamilienhäuser oder ganze Quartiere. Sogenannte Mikro-Blockheizkraftwerke können sich auch schon für größere Ein- und Zweifamilienhäuser mit eher hohem Wärmebedarf rechnen. Großer Vorteil der BHKW: Sie produzieren gleichzeitig Strom.

Der Staat fördert bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten

 

Wenn du in deinem Keller den alten Ölkessel gegen eine moderne Heizung tauscht, die auf Biogas, Holz, Sonnenenergie oder Umgebungswärme setzt, bekommst du vom Staat verlockende Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen.

 

Besonders Ein- und Zweifamilienhausbesitzer profitieren: Bis zu 45 Prozent der Kosten für die neue Heizung zahlt der Staat über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Zur Förderung für eine Wärmepumpe oder eine Holzpelletheizung, am besten kombiniert mit einer solarthermischen Anlage, kommt noch die Austauschprämie für die alte Ölheizung.

Weil die komplette neue Heizung schnell mehr als 10.000 Euro kostet - je nach Kombination auch 20.000 bis 30.000 Euro - sind die Fördermittel schon ein kräftiges Lockmittel.

Hausbesitzer und Eigentümer von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die eine umfangreichere energetische Sanierung angehen wollen, werden vor allem mit Krediten und Zuschüssen der KfW-Förderprogramme versorgt.

 

Das Finanzamt beteiligt sich nachträglich an den Kosten für den Heizungstausch

 

Wenn du weder Kredite noch Investitionskosten-Zuschüsse vom Staat möchtest, oder schlicht die Unterstützung nicht rechtzeitig beantragt hast, bleibt dir noch Plan B: Setze nachträglich Kosten bei der Steuer ab.

Über drei Jahre kannst du insgesamt 20 Prozent deiner förderfähigen Ausgaben übers Finanzamt abrechnen - in den ersten beiden Jahren je 7 Prozent und im dritten Jahr die restlichen 6 Prozent. 

 

Noch bis zum Jahresende lockt auch die Mehrwertsteuersenkung von 19 aus 16 Prozent

 

Größere Ausgaben, zu denen eine neue Heizung in jedem Fall gehört, werden durch die Mehrwertsteuersenkung zusätzlich attraktiv.

 

 

Fördermittel beantragen - ohne Stress

Ganz wichtig: Wenn du deine Wunschheizung gefunden hast, stelle auf jeden Fall die nötigen Anträge für die Fördermittel bevor du die Handwerker mit dem Heizungstausch beauftragst.

 

Ja, ich weiß, es ist ein dicker Packen Papier, durch den du dich durcharbeiten musst, geschrieben in teilweise schwer verständlichem Verwaltungsdeutsch. Aber nützt ja nichts - sei tapfer, es lohnt sich!

 

Entspannt kannst du das Thema Fördermittel angehen, wenn du einen zertifizierten Energieberater an deiner Seite hast, der bei der Bafa oder KfW antragsberechtigt ist. Er kann den ganzen lästig-aufregenden Antragskram für dich routiniert erledigen.

Erst nachdem die Fördermittel-Anträge bewilligt sind, dürfen die Handwerker beauftragt werden. 

 

 

Vorsicht vor Schnäppchen-Angeboten der Handwerker

Zum Austausch deiner Heizung bist du auf Handwerker angewiesen - doch die sind gerade sehr gefragt. Kümmere dich deshalb so früh wie möglich darum, dass du mindestens von drei Handwerkern Angebote für deine neue Heizung bekommst - und lass dir den Zeitrahmen für den Einbau am besten schriftlich bestätigen.

 

So kannst du prüfen, ob die Angebote marktüblich kalkuliert sind:

  • Wenn die Kosten für vergleichbare Anlagen stark voneinander abweichen, frag nach.
  • Wenn die kalkulierten Materialien sehr unterschiedlich sind, frag nach.
  • Wenn Material nur vage nach Stück oder Meter veranschlagt wird, oder bestimmte Arbeiten extra zum Stundensatz abgerechnet werden sollen, frag nach.

Sparen kannst du, indem du beispielsweise Schönheitsreparaturen - Verputzen, Malerarbeiten, Verkleidungen bauen - selbst erledigst.

 

 

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